Newsletter 5/26 – Mehr Gleichstellung durch Mentoring!
- Mentoring Austria

- 2. Juni
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 17 Stunden
Liebe Leserinnen und Leser,Liebe Mentoring-Community,wenn wir Chancengerechtigkeit als Ziel von sozialem Mentoring setzen, müssen wir uns (immer wieder) fragen, von wem und von welchen Chancen wir sprechen. Chancengerechtigkeit kann in diesem Kontext synonym gelesen werden mit sozialer Teilhabe, Armutsbekämpfung, Bildungsbenachteiligung und Gleichstellung. Um letzteres soll es heute in diesem Editorial gehen: Wenn über Gleichstellung gesprochen wird, bleibt die Diskussion oft abstrakt. Dabei zeigen viele Entwicklungen sehr konkret, wo Ungleichheit entsteht und wie sie sich verfestigt. In Österreich liegt der Gender Pay Gap weiterhin deutlich über dem EU Durchschnitt. Frauen verdienen im Schnitt weniger, arbeiten häufiger in Teilzeit und übernehmen nach wie vor den Großteil unbezahlter Care Arbeit. Gleichzeitig sind sie in Führungspositionen und einkommensstarken Branchen weiterhin unterrepräsentiert. Diese strukturelle Ungleichbehandlung entwickelt sich entlang vieler kleiner Entscheidungen, kultureller Praktiken und Routinen des Alltags. Wer früh weniger Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten vermittelt bekommt, bewirbt sich später anders. Wer keine Vorbilder oder Netzwerke hat, findet schwerer Zugang zu Möglichkeiten. Wer sich in beruflichen Räumen permanent erklären muss, wird vorsichtiger auftreten. Eines der Ziele von sozialen Mentoringinitiativen ist es, für Mädchen und Frauen mehr Chancen zu schaffen. Denn soziales Mentoring kann nicht nur die individuelle Perspektive junger Menschen verändern, sondern auch deren Handlungsspielräume. Eine Mentorin kann sichtbar machen, welche Wege realistisch erreichbar sind. Sie kann Orientierung geben, bevor Unsicherheit zu Rückzug wird. Sie kann Wissen weitergeben, das sonst oft informell bleibt und dadurch von vornherein schon ungleich verteilt ist. Gerade Frauen profitieren davon, weil gesellschaftliche und berufliche Netzwerke historisch meist männlich geprägt entstanden sind. Gleichstellung entsteht deshalb nicht erst dort, wo Frauen Führungspositionen erreichen, sondern beginnt schon deutlich früher. Sie beginnt dort, wo junge Frauen erleben, dass ihre Fragen ernst genommen werden. Dort, wo sie lernen, die eigene Leistung anzuerkennen und sichtbar zu machen. Dort, wo sie Zugang zu Informationen und Erfahrungen erhalten, die sonst häufig in für sie geschlossenen Räumen weitergegeben werden. Viele Prozesse, die später über Bildungswege oder Berufswahl entscheiden, entwickeln sich gerade in jungen Jahren. Deshalb ist soziales Mentoring auch immer eine Form praktischer Gleichstellungsarbeit - und genau deshalb braucht es soziales Mentoring! |
Marianne Sorge-Grace Geschäftsführung Generalsekretariat Mentoring Austria |



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